Betreuungskonzept der Phoenix Institution

Anmerkung: der Einfachheit halber und für eine bessere Lesbarkeit wird in diesem Dokument ausschliesslich die männliche Schreibform verwendet

Das gesamte Angebot der Phoenix Institution baut auf der Philosophie auf, dass sich Fortschritte beim Klienten nur dann in der Tiefe verinnerlichen können und werden, wenn die einzelnen Schritte dazu vom Klienten selber gewählt und gemacht werden.

Unsere Aufgabe ist es primär, den Prozess des Klienten zu begleiten, einzelne Situationen zu reflektieren und zu besprechen, bei Krisen zu unterstützen bis sich der Klient wieder stabilisiert hat und während des gesamten Prozesses triagierend zu wirken in dem wir die jeweils involvierten Aussenstellen informieren und gegebenenfalls in den Prozess mit einbeziehen.

Ein weiterer Teil unserer Arbeit ist, Sachen aufzuzeigen die wir sehen um damit beim Klienten neue Denkprozesse anzustossen. Manchmal ist es so, dass wir direktiv arbeiten müssen eil eine Situation dies erfordert. Nicht alle Prozesse können wir geschehen lassen und zum Schutz des Klienten (oder seines Umfeldes) übernehmen wir dann die Verantwortung und treffen die notwendigen Entscheide um die Situation wieder zu regulieren. Grundsätzlich ist uns die Selbstbestimmung und das Finden von Eigenen Strategien des Klienten ein zentrales Anliegen und wir werden immer zuerst versuchen, diesen Prozess zu unterstützen bevor wir direktiv in den Entscheidungsprozess eines Klienten eingreifen.

Das Betreuungskonzept der Phoenix Institution ist aufgegliedert in drei Etappen welche unterschiedliche Schwerpunkte und Ziele beinhalten. Es sind dies die:

Probezeit

Aufenthaltsphase

Austrittsphase

Probezeit

Die Probezeit dauert drei Monate. Die Kündigungsfrist in dieser Zeit beträgt 7 Tage.

Während der Probezeit geht es sowohl für den Klienten als für das Team darum, sich gegenseitig besser kennen zu lernen und zu schauen, ob der Rahmen der Phoenix Institution der richtige ist. Wichtig ist dabei vor allem, so gut wie möglich folgende Fragen zu klären:

  • Fühlt sich der Klient wohl bei uns
  • Reicht die Struktur die wir anbieten
  • Ist der Klient gefordert aber nicht überfordert
  • Klappen Sachen wie
      • Selber Aufstehen
      • Selber Kochen
      • Einnahme der Medikamente
      • Termine intern und extern wahrnehmen
      • Zusammenarbeit mit der BZP

Aus diesem Beobachten und Zusammentragen von Informationen zu den einzelnen Schwerpunkten lassen sich nach der Probezeit Ziele formulieren an welchen der Klient arbeiten will und kann oder, es wird entschieden eine Anschlusslösung zu suchen weil die Phoenix Institution nicht der geeignete Rahmen ist für den Klienten.

Ebenfalls abzuklären ist während dieser Etappe, wie die Zusammenarbeit mit dem externen Netz gestaltet werden kann und im Speziellen, ob der involvierte Psychiater / Psychologe / Therapeut an einer Zusammenarbeit mit uns interessiert und bereit dazu ist, sich mit uns auszutauschen und gegebenenfalls auch Absprachen mit uns zu treffen.

Aufenthaltsphase

In der Aufenthaltsphase arbeiten wir nach einem Prinzip welches auf vier Eckpfeilern aufbaut:

1) Tagesstruktur, Alltagskompetenzen

2) Körperliche Gesundheit

3) Finanzen

4) Soziale Kontakte, Freizeit

Diese vier Eckpfeiler sehen wir als Träger des Individuums und als Barometer für Selbständigkeit und Zufriedenheit. Je weniger dieser Eckpfeiler „intakt“ sind, desto grösser ist die Gefahr der Isolation, der Unzufriedenheit, Unselbständigkeit und Abhängigkeit. Die im Folgenden beschriebene Reihenfolge des Aufbaus der Eckpfeiler sehen wir als optimal an. Jedoch setzen wir jeweils dort an, wo die Klienten Motivation verspüren und gerne einige Schritte weiter kommen möchten. Die eigene Motivation sehen wir als den grössten Antrieb den es geben kann. Wenn Klienten aus ihrer eigenen Energie und Motivation heraus an Themen arbeiten sind Schritte möglich, die sich verinnerlichen und die auch dann noch funktionieren, wenn keine institutionellen Hilfen mehr vorhanden sind.

Für die Arbeit an den Eckpfeilern benutzen wir zum einen Hilfsmittel wie Tages – und Wochenpläne, Listen, Ämtlipläne etc. und beziehen die unterschiedlichen Wünsche ( da wo es möglich ist ) in die konkrete Zielarbeit / Förderplanung mit ein.

1. Eckpfeiler: Tagesstruktur, Alltagskompetenzen

Einige der Klienten die bei uns eintreten haben bereits eine Tagesstruktur in einem externen geschützten Rahmen und möchten diese weiter wahrnehmen. Die Phoenix Institution hat keine internen Strukturen welche über der Re-Integration stehen. Nach Möglichkeiten versuchen wir die Klienten zu unterstützen und gefestigte Abläufe bei zu behalten. Die Bezugspersonenarbeit muss jedoch auch bei Klienten mit externer Struktur möglich sein. Damit beides Platz hat im Wochenablauf schauen wir mit den Klienten nach den bestmöglichen Zeiten und sprechen uns bei Bedarf mit den externen Betrieben ab.

Andere Klienten haben keine externe Struktur und es geht erst einmal darum, etwas zu finden und dort einsteigen zu können. Wir sind vernetzt mit den geschützten Betrieben im Raum Winterthur

Manche Klienten sind aus unterschiedlichen Gründen nicht in der Lage, eine externe Tagesstruktur wahr zu nehmen. Hier geht es uns darum, mit den Klienten einen Lebensstil zu finden der die vorhandenen Ressourcen möglichst erhält und dort wo es möglich ist, weiter aufbaut.

Alltagskompetenzen sind, wenn man sich am „Normalitätsprinzip“ orientiert Arbeiten welche wir in unserem Alltag erledigen müssen und welche uns gleichzeitig eine Struktur bieten. Klienten die bei uns leben sind in Bezug auf Alltagskompetenzen oft zwischen Zwang und Verwahrlosung gefangen und es geht im gesamten Aufnethalt in der Phoenix Institution darum, alltägliches zu trainieren und Abläufe welche zu Haushalt etc. gehören zu festigen.

Allen Klienten steht unser betreutes Atelier offen und sie können sich dort kreativ betätigen, Sachen üben, Neues entdecken, mit gestalten etc. Das Atelier wird 2013 eröffnet. Es wird Material haben um unterschiedlichste Sachen anzufertigen und aus zu probieren. Im Atelier soll Raum für Experimente geboten werden und es soll gemeinsam mit den Klienten immer wieder neu gestaltet werden können. Damit eine Atmosphäre aufbauen können die Mut zum Experimentieren macht, wird es durch eine Sozialpädagogin betreut.

2. Eckpfeiler: Körperliche Gesundheit

Wir sind der Überzeugung, dass das körperliche Befinden auf das gesamt Erleben eines Menschen einen sehr grossen Einfluss hat. Solange Klienten mit chronischen Schmerzen ohne Befund, mit suboptimalen Medikamenten-Einstellungen, mit ständigen Schlafstörungen oder ähnlichem beschäftigt sind, wird es schwierig sein, mit ihnen eine Arbeitsstelle zu suchen oder sie darin zu unterstützen sich einen neuen Freundeskreis aufzubauen.

In dieser Phase ist die Zusammenarbeit und der Austausch mit Hausärzten und/oder Psychiatern bzw. Psychotherapeuten zentral. Es geht darum, den „Status quo“ genau zu definieren, zu differenzieren was veränderbar ist und was nicht und einen Umgang mit den Einschränkungen zu trainieren, welche nicht mehr veränderbar - also im medizinischen Sinne chronisch - sind.

Ebenfalls zu dieser Phase gehört die Anpassung der Ernährung. Dabei geht es vor allem darum, eine Ernährungsweise zu trainieren, die sowohl der individuellen körperlichen Verfassung dienlich ist, als auch dem eingeschränkten Budget unserer Klienten entspricht. Hilfreich kann hier auch sein, mit den Klienten einzukaufen und ihnen zu zeigen, wo es Möglichkeiten gibt zu sparen und sich dennoch ausgeglichen und lecker zu ernähren. Ebenfalls wird in der Bezugspersonenarbeit die Bewegung thematisiert und es wird mit dem Klienten besprochen, was ihm Spass machen könnte / was für ihn gesund ist etc.

Auch bei dieser Thematik ist es wichtig zu akzeptieren, dass die Klienten ihre eigenen Entscheidungen treffen und diese nicht immer dem entsprechen, was wir als „Gut“ deklarieren. Wir gehen auch hier davon aus, dass Schritte nur dann wirklich stattfinden können, wenn der Klient selber motiviert ist und besser auf seinen Körper achtgeben möchte.

3. Eckpfeiler: Finanzen

Die meisten unserer Klienten sind in kleinerem oder grösserem Masse verschuldet, haben keinen Überblick mehr über ihre administrativen Angelegenheiten, wissen nicht wie man eine Budgetplanung macht oder können diese nur schwer einhalten. Dies führt zu Mahnungen und Betreibungen, einer Erhöhung des Schuldenbergs und zu noch mehr Verlust des Selbstwertgefühls und dies dann oft in letzter Konsequenz zu mehr und mehr Isolation. Wir beraten unsere Klienten und versuchen, für sie die bestmögliche Handhabung herauszuarbeiten, wenn es um die Tilgung ihrer Schulden geht. Nicht immer ist eine Schuldensanierung machbar, manchmal geht es auch darum zu lernen, mit den Schulden zu leben. Ein weiterer Schritt ist, keine neuen Schulden entstehen zu lassen und zu lernen, ein Budget zu erstellen und danach zu leben. Unsere Erfahrung ist, dass viele der Klienten erleichtert sind, wenn sie ein übersichtliches Budget haben an dem sie sich orientieren können.

Unseren Klienten steht meisten nur ein kleiner Betrag zur Verfügung mit dem sie zurechtkommen müssen. Es kann daher bereits eine Herausforderung sein, genügend Geld zu haben um sich am gesellschaftlichen Treiben beteiligen zu können und Sachen wie ein Kinobesuch / Kaffee trinken mit Freunden / Besuch von Schwimmbädern, Museen etc. bereits den Rahmen des Budgets empfindlich dehnen oder gar überschreiten. Wir gehen davon aus, dass Integration nicht nur über Arbeit stattfindet, sondern wir unseren Klienten auch so gut als möglich helfen müssen sich an diesem gesellschaftlichen Treiben beteiligen zu können und sich so zu integrieren.

Die Überlegung, dass man psychisch kranke Menschen finanziell dermassen einschränkt, dass sie keine Möglichkeit mehr haben am gesellschaftlichen Leben teil zu nehmen um damit zu erreichen, dass sie wieder „Arbeitsfähig und somit integriert werden“ halten wir für falsch. Krankheit ist keine Wahl – Krankheit passiert und es braucht daher weder Konsequenzen noch Sanktionen. Es braucht Unterstützung und die Bereitschaft von Allen, Integration mit zu tragen und zu fördern.

Hilfsmittel in Bezug auf Finanzen können sein:

Unterschiedliche Auszahlungen zum trainieren. Täglich, wöchentlich, monatlich

Die Möglichkeit bei uns ein Sparordner zu machen

Auflisten von fixen Ausgaben

etc.

Oft ist es so, dass Beistände oder Finanzverwalter mit ihren Klienten einen Auszahlungsmodus geübt haben und uns bitten, diesen beizubehalten. Dies ist in der Phoenix Institution problemlos möglich.

4. Eckpfeiler: Soziale Kontakte/Freizeit

Bei diesem Eckpfeiler geht es darum, das noch vorhandene soziale Netz zu pflegen oder sich ein neues soziales Netz aufzubauen. Viele unserer Klienten bewegen sich seit etlichen Jahren in verschiedenen Institutionen. Sie nehmen Teil an Projekten, welche von Institutionen lanciert werden. Dies hat immer auch einen stabilisierenden Faktor und für viele der Klienten ist es gut, sich mit Gleichgesinnten austauschen zu können. Zu einem späteren Zeitpunkt - je nach Ressourcen und Interesse der Klienten - finden wir es wichtig, sich wieder ausserhalb von institutionellen Projekten zu integrieren. Menschen kennen zu lernen, die vielleicht nicht „Psychiatrie erfahren“ sind und sich mit ganz anderen Themen beschäftigen. Dadurch kann auch erlebt werden, dass nicht jeder Mensch auf der Strasse erkennt, dass man schon mal in einer Klinik gewesen ist oder in einem betreuten Wohnen lebt etc. Dies steigert wiederum das Selbstwertgefühl und vermittelt den Eindruck, Teil dieser Gesellschaft zu sein, teilhaben zu können am gesellschaftlichen Geschehen und am Leben.

Aussagen von Klienten haben uns inspiriert, auf diesen Punkt mehr Wert zu legen. So teilte mir eine Klientin ganz überrascht mit, sie sei nun schon zwei Monate in einem Tanzkurs und habe mit allen dort schon gesprochen und nie sei es dabei um Krankheit oder Probleme gegangen. Sie sei auch angefragt worden, weil sie bestimmte Tanzschritte so gut könne.

Ihr Erstaunen darüber, dass man sie nicht als „krank“, „komisch“ oder „gestört“ wahrgenommen hat und ihre Freude darüber, dass fremde Menschen von ihr etwas lernen wollten, waren ein unglaublich schönes Erlebnis für uns. Das beschriebene Erlebnis ist nur als Beispiel aufgeführt und wir haben zahlreiche solcher Situationen erlebt.

Die einzelnen beschriebenen Eckpfeiler gehen teilweise ineinander über und ergänzen sich, denn wir nehmen den Menschen als ein ganzheitliches Individuum und nicht aufgeteilt in „Eckpfeiler, Phasen oder Etappen“ wahr.

Bei unserer Arbeit geht es darum, den Fokus auf bestimmte Themengebiete zu setzen und gezielt an diesen zu arbeiten, sie trainieren und Neues auszuprobieren. Oft ist es so, dass durch die Arbeit an einem Eckpfeiler sich andere Themen auflösen. So kann es manchmal sein, dass Klienten in der Entwicklung bzw. in ihrer Arbeit an den diversen Themen zu stagnieren scheinen und auf einmal, ohne ersichtlichen Grund, geht es einen Riesenschritt voran.

Wir haben uns überlegt, ob wir die Phasen zeitlich begrenzen sollen. Letztlich haben wir uns dagegen entschieden. Mit einer zeitlichen Begrenzung können wir nicht mehr das hohe Mass an individuellem Arbeiten bieten das uns wichtig ist und uns sinnvoll erscheint. Wir möchten dort einsteigen, wo die Klienten Motivation zeigen und vorwärts gehen können und wollen ( im Sinne von Steve de Shazer / Lösungsorientierter Handlungsansatz und von C. Rogers welcher auf die „bedingungslose Wertschätzung“ als Antrieb verweist). Aus unserer Erfahrung wissen wir, dass es immer wieder Pausen braucht und Klienten Fortschritte auch abblocken können. Manchmal reicht das Umstellen eines Medikamentes, um den ganzen Arbeitsprozess erst einmal zu verlangsamen und diesen Faktoren wollen wir gerecht werden.

Um den Verlauf reflektieren zu können und eventuell anstehende Fragen zu klären, halten wir regelmässigen Kontakt (E-Mail, Telefon) mit den Kostenträgern.

Auf ausdrücklichen Wunsch schreiben wir gerne halbjährlich einen Bericht und nehmen Bezug auf einzelne Fragestellungen und den Verlauf der Arbeit an den verschiedenen Eckpfeilern.

Kostenträger, die keinen Bedarf an solchen halbjährlichen Berichten anmelden, erhalten von uns lediglich den Austrittsbericht, welcher einen Einblick über den gesamten Verlauf bietet und Hinweise darauf gibt, was wir für die Zukunft in Bezug auf den Klienten als wichtig erachten.

Wir organisieren gerne Standort Sitzungen bei Bedarf. Hier haben wir allerdings die Erfahrung gemacht, dass es vielen Kostenträgern und Ärzten nicht möglich ist, an solchen Standortsitzungen teilzunehmen. Umso wichtiger ist es uns, dass der Kontakt und Austausch per Mail und Telefon regelmässig stattfinden kann.

Austrittsphase

Die Austrittsphase ist eine wichtige Zeit für die Klienten. Sie wird entweder durch uns initiiert, in dem wir mit dem Klienten schauen, ob er den institutionellen Rahmen noch braucht oder ob es

Zeit ist für einen nächsten Schritt zu mehr Autonomität und Selbständigkeit.

Oder sie wird durch den Klienten selber eingeleitet, weil er sich genug stabil fühlt für den nächsten Schritt

Auf Grund der Wohnungssituation im Raum Winterthur sind wir davon abgekommen, die Austrittsphase zeitlich ein zu grenzen. Klienten suchen manchmal bis zu einem Jahr nach einer Wohnung, welche für sie bezahlbar ist.

Nachdem der Klient mit uns den Austritt thematisiert hat wird die Bezugsperson mit ihm noch einmal alle relevanten Punkte der Eckpfeiler besprechen und schauen, wie der Stand ist.

Die Kostenträger und das weitere externe Netzwerk ( Arbeit, Arzt, Therapie etc. ) werden fortlaufend informiert durch den Klienten und durch uns. Gerade in der Austrittsphase ist das vernetzte Arbeiten wieder sehr zentral. Zusammen mit dem Klienten werden auch die konkreten Sachen die es zu erledigen gibt organisiert und besprochen.

Zum Beispiel:

  • Budget neu planen
  • An- und abmelden
  • Umzug organisieren
  • Allenfalls Therapie intensivieren (bei Bedarf)
  • Abschied nehmen in der WG
  • Zimmerreinigung und -abgabe
  • Beispielsweise Bahn-Abos organisieren

Etc.

Manchmal kommt es vor, dass Klienten der Überzeugung sind, einen Austritt nun angehen zu müssen. Auch wenn dies nicht immer in unserem Sinne ist, versuchen wir die bestmögliche

Unterstützung zu bieten. Hier ist es uns auch wichtig, dass die Klienten wissen, dass das Projekt „Austritt“ jederzeit wieder beendet werden kann. Wir erachten es als zentral, dass unsere Klienten manchmal einen Schritt ausprobieren, um selber auch erleben zu können, ob sie bereits soweit sind oder auch nicht.

Bei Einverständnis des Kostenträgers ( Die Betreuungspauschale bleibt bestehen ) ist es auch möglich, ein sogenanntes „Externat“ zu machen. Während einem Externat organisiert sich der Klient einen Wohnplatz bei Freunden oder Verwandten für einen Monat. Der Monat wird dann, zusammen mit der Bezugsperson so realistisch wie möglich gestaltet also möglichst so, wie es dann sein würde nach einem Austritt.

Der Klient hat allerdings jederzeit die Möglichkeit uns zu kontaktieren oder auch ganz abzubrechen und zurück in die Phoenix WG zu kommen.

Ein „Externat“ kann bei der Entscheidung Austritt Ja / Nein helfen oder auch unterstützen bei der Wahl des Wohnortes und noch mal die Punkte ans Licht bringen, an welchen es noch zu arbeiten gibt. Wenn es einfach gut läuft kann es noch mal diese „Restsicherheit“ geben für den Klienten, dass der Entscheid aus zu treten wirklich der richtige ist.

Bei einem regulären Austritt steht später auch einem Wiedereintritt nichts im Wege. Diese Sicherheit möchten wir, wenn immer möglich, unseren Klienten mit auf den Weg geben.

Nicht regulärer Austritt / Kündigung durch Phoenix Institution

In Situationen, wo wir als Institution Klienten kündigen mussten, kann grundsätzlich eine Wiederaufnahme besprochen werden. In der Regel kommt es dann zu Zusatzvereinbarungen, welche Seitens des Klienten unterschrieben werden müssen. Gründe für eine Kündigung Seitens der Phoenix Institution können sein:

  • Konsum von harten Drogen
  • Selbstgefährdung
  • Gewalt gegen Mitbewohner, Sozialpädagogen oder Mieter im Quartier
  • Selbstverletzung (hier kommt es auf Mass und die Empfehlung des behandelnden Psychiaters an)
  • Verweigerung der Zusammenarbeit auf kleinster Basis
  • Wiederholter Cannabis Konsum in der WG / im Haus / auf dem Areal
  • Verkauf von Hehler Ware, illegalen Rauschmitteln, Medikamenten etc.
  • Nicht Einhalten der Regeln bezüglich Alkoholkonsum in der WG

Wir legen uns hier nicht auf diese Punkte fest. Es gibt immer wieder neue Kreationen von Sabotage und wir behalten uns vor, auch aus anderen Gründen eine Kündigung auszusprechen. Schlussendlich erfolgt eine Kündigung ja immer dann, wenn die Zusammenarbeit nicht mehr sinnbringend stattfinden kann und es somit für uns nicht tragbar und für den Klienten nicht heilsam oder förderlich ist.

Im Falle eines irregulären Austrittes sprechen wir mit den Kostenträger das Austrittsprozedere ab und informieren allenfalls Psychiater und Hausarzt.

Wohngruppen Sitzungen

Sinn der WG – Sitzungen

Die WG – Sitzung dient zum einen dazu, planerische Sachen anzugehen wie:

  • Reinigungsplan
  • Umgang mit den persönlichen Lebensmittel der Klienten
  • Zuständigkeiten für Alltags Jobs

Zum anderen aber auch, um Konflikte frühzeitig erkennen zu können und allenfalls schlichtende Gespräche zu lancieren. Ebenfalls können wir den Klienten Unterstützung bieten im Gestalten des Zusammenlebens und ihnen helfen, Dynamiken die in Wohngruppen geschehen zu erkennen und rechtzeitig zu intervenieren. Unsere Klienten bringen alle eigene Lebensgeschichten mit und zu einem grossen Teil auch unterschiedliche diagnostische Hintergründe, die Einfluss auf den Alltag haben können. Hier versuchen wir zu vermitteln, wenn es Schwierigkeiten gibt sich zu verstehen, Verhaltensweisen gegenüber tolerant zu sein, etc.

Intervall

Die WG – Sitzung findet in dem Rhythmus statt, den die Klienten als nützlich / wichtig / gut definieren. Dies kann wöchentlich sein aber auch monatlich oder in noch längeren zeitlichen Abständen.

Anders ist es bei Wohngruppen, in welchen wir den Bedarf von regelmässigen Sitzungen sehen. Da legen wir den Intervall fest. In der Regel braucht es in solchen Wohngruppen in einer ersten Zeit mal wöchentliche Sitzungen.

Dauer der WG – Sitzungen

Die WG – Sitzung ist für alle Klienten verbindlich. Die Dauer von einer Stunde sollte nicht überschritten werden. Eine WG – Sitzung kann länger dauern wenn:

  • man entschieden hat einen Spielabend zu machen
  • geplant ist gemeinsam zu Kochen und zu Essen
  • Der Wunsch besteht ein Thema vertieft anzugehen (Ernährungsplanung, Budget, Kontakte knüpfen etc.)
  • Eine massive Krise besteht die man ausdiskutieren muss (hier gilt es jeweils gut abzuwägen. Manchmal ist es auch bei Krisen besser, einen Stopp zu machen und einen Tag später weiter zu diskutieren)

Es macht keinen Sinn, WG – Sitzungen „künstlich in die Länge“ zu ziehen. Wenn es nichts zu besprechen gibt kann eine WG Sitzung auch nur 10 Minuten dauern. Wichtig ist, dass wir immer wieder sagen was wir wahrnehmen. Wenn also z.B. alle Klienten einer Wohngruppe finden, es läuft alles super und es gibt nichts zu besprechen ist das OK. Wenn wir aber an der Sitzung Spannungen wahrnehmen oder Unsicherheiten etc. ist es wichtig, dass wir diese Rückmeldung an die Klienten weitergeben und sie dann noch mal entscheiden lassen, ob es etwas zu besprechen gibt oder nicht.

Dieses „immer wieder ansprechen“ kann Klienten helfen sich Raum zu nehmen, wenn sie sich nicht sicher sind ob sie etwas sagen sollen oder nicht oder wenn problematischen Sachen laufen in Wohngruppen.

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